Autor: admin
Datum objave: 11.09.2018
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Grabar-Kitarovic: 'Europa war zu entspannt und zu naiv'

Von Hubert Patterer und Stefan Winkler

Grabar-Kitarovic: „Europa war zu entspannt und zu naiv“

https://www.kleinezeitung.at/politik/aussenpolitik/5494241/Fluechtlingskrise_GrabarKitarovic_Europa-war-zu-entspannt-und-zu-naiv

Sie war das weibliche Gesicht der Fußball-WM. Im Gespräch mit der Kleinen Zeitung wirft Kroatiens Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic der EU vor, in der Flüchtlingskrise kläglich versagt zu haben. Man habe mehr als eine Million Menschen aufgenommen, ohne zu wissen, wie man diese integrieren könne.

Von Hubert Patterer und Stefan Winkler | 06.30 Uhr, 11. September 2018

Sie waren, obwohl Sie gar nicht spielten, einer der Stars der Fußball-WM. Hat der Finaleinzug der Kroaten das Land verändert?

KOLINDA GRABAR-KITAROVIC: Ich bin nach Russland gefahren, weil ich Fußball liebe, nicht, weil ich meine Gefühle zur Schau stellen wollte. Das Besondere dieser WM war, dass sie in Kroatien den Sinn für die nationale Einheit wiederbelebt hat.

Wie war das, als Sie bei der Siegerehrung durchnässt neben Putin im Regen standen?

GRABAR-KITAROVIC: Das war der schönste Moment. Es schüttete, aber ich habe den Regen nicht wahrgenommen. Make-up und Haare waren mir egal. Luka Modri(´c), der als Kind miterlebt hatte, wie im Krieg sein Großvater erschossen wurde, war zum besten Spieler gewählt worden. Er hielt die Trophäe in der Hand und ich nahm in seinen Augen fast eine Art von Traurigkeit wahr, eine Sehnsucht, die individuelle Ehrung einzutauschen für das Team. Das hat mich tief berührt.

Das Finale wirkte, als stünden einander zwei Konzepte von Europa gegenüber. Auf der einen Seite das ethnisch homogene Kroatien, ohne auch nur einen Spieler mit außereuropäischen Wurzeln. Auf der anderen Seite das bunte, multikulturelle Frankreich. Es war beinahe wie ein Endspiel um die Zukunft Europas. Haben Sie das auch so gesehen?

GRABAR-KITAROVIC: NGOs haben uns vorgehalten, keinen farbigen Spieler in unseren Reihen zu haben. Aber es ist nun einmal ein Faktum, dass kein farbiger Fußballer zur Auswahl stand. Viele unser Nationalspieler kommen aus ärmlichsten Verhältnissen vom Land und wurden durch die Erfahrungen des Krieges traumatisiert. So wie ich selbst haben sie von ganz unten ihren Weg gemacht. Der Einwand, sie seien Produkt ethnischer Kriterien, ist absurd.

Hubert Patterer und Stefan Winkler

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Warum Europa in der Flüchtlingskrise kläglich versagt hat

https://www.kleinezeitung.at/politik/aussenpolitik/5494234/Interview-mit-GrabarKitarovic_Warum-Europa-in-der#cxrecs_s

Kroatiens Präsidentin Grabar-Kitarovic wirft der EU vor, mehr als eine Million Menschen aufgenommen zu haben, ohne zu wissen, wie man diese integrieren könne.

22.19 Uhr, 10. September 2018

Europa habe bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise vor drei Jahren bis heute kläglich versagt. Das sagte Kroatiens Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic im Interview mit der Kleinen Zeitung in Zagreb. Das Gespräch fand anlässlich des ersten Staatsbesuchs von Bundespräsident Alexander Van der Bellen in Kroatien statt. Die EU habe leichtfertig mehr als eine Million Menschen aufgenommen, ohne für deren Integration ein Konzept und eine Strategie

zu haben. „Europa war zu entspannt und zu naiv“, sagte die konservative Politikerin. Man könne die Leute doch nicht sich selbst und den Sozialsystemen überlassen. Das bringe die angestammten Bevölkerungen gegen sie auf. Auch habe Europa es verabsäumt, den Migranten zu verdeutlichen, was man von ihnen erwarte. Ein weiteres schweres Versäumnis sei es, dass man habe außer Acht gelassen habe, dass die Zugezogenen aus Kulturen stammten ohne demokratische oder menschenrechtliche Grundordnung. Grabar-Kitarovic: „In Afghanistan habe ich mit eigenen Augen gesehen, wie Frauen in Burka an den Straßenrändern hockten und von vorbeifahrenden Autos mit Wasser und Schlamm beschmutzt wurden. Ich war entsetzt. Aber dort wird das als normal empfunden.“

Die Präsidentin erlangte durch ihre feurige U terstützung der kroatischen Fußballnationalmannschaft bei der WM in Moskau zu weltweitem Starruhm.

Van der Bellen schließt Besuch in Kroatien ab

https://www.kleinezeitung.at/service/newsticker/5494662/Van-der-Bellen-schliesst-Besuch-in-Kroatien-ab#cxrecs_s

Bundespräsident Alexander Van der Bellen schließt am Dienstag seinen zweitägigen Besuch in Kroatien ab. Zusammen mit kroatischen Amtskollegin Kolinda Grabar-Kitarovic nahm er an der Eröffnung des kroatisch-österreichischen Wirtschaftsforums teil, das sich dem Thema Kooperation in der Bahninfrastruktur und Logistik widmete.

Auf der Hinfahrt zu der kroatischen Wirtschaftskammer habe er viele Schilder von bekannten österreichischen Unternehmen gesehen, twitterte Van der Bellen am Dienstag im Bezug darauf, dass es in Kroatien rund 700 österreichische Investoren gäbe. "Hinter diesen Zahlen stehen Menschen. Österreichische Unternehmen, die nach Kroatien gekommen sind, weil sie diesem Land vertrauen", so der Präsident auf Twitter.

Bereits am Montag lobte der Bundespräsident die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und Kroatien. "Das hat sich gut entwickelt", sagte er bei einem Gespräch mit österreichischen Journalisten. "Wie in den meisten neuen Beitrittsländern ist Österreich auch in Kroatien sehr gut vertreten", sagte er mit Blick darauf, dass Österreich der zweitgrößte Investor in dem jüngsten EU-Land ist.

In Kroatien hätten österreichische Investoren rund 35.000 Arbeitsplätze geschaffen, wovon rund 100.000 bis 150.000 Menschen leben, so Van der Bellen. Österreichische Firmen sind in Banken, Versicherungen, Lebensmittelhandel und verschiedenen Industriebetrieben vertreten, auch im Tourismus investieren österreichische Firmen viel. Die wenigen Beschwerden, die sie haben, würden sich auf den Steuer-Bereich und die damit verbundenen Beeinträchtigung der Planungssicherheit beziehen.

Am Dienstag traf Van der Bellen noch mit dem kroatischen Premier Andrej Plenkovic zusammen und rundete den offiziellen Teil seiner Visite in Zagreb mit einem Arbeitsmittagessen mit dem Parlamentspräsident Gordan Jandrokovic ab. Vor dem Abflug nach Wien stand noch ein Spaziergang durch die Zagreber Altstadt am Programm.

Seinen ersten offiziellen Besuch in Kroatien begann der Präsident am Montag, als er von seiner kroatischen Amtskollegin mit militärischen Ehren empfangen wurde. Bei den Gesprächen der beiden Staatschefs wurde neben den bilateralen Beziehungen auch die Lage am Westbalkan besprochen und die EU-Perspektive der Länder in der Region bekräftigt.

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